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Zunftherrenausflug nach München
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Wenn die Bränte – Zunft ein Reisli machen tut... ...oder der Zunftherrenausflug im Jahre 2004 |
Zuerst: Die Zunft feiert heuer ihr 25 – jähriges
Jubiläum. So kam es, dass ein Organisationskomitee gebildet wurde, um
eine zu diesem Anlass würdigen Ausflug zu organisieren. Zu diesem
Komitee gehörten Fritz Brack, Kurt Baumgartner und Martin Wyss.
Der Zunftherrenausflug fand vom 2. – 4. Juli 2004 statt. Und wohin
führte uns die Reise? Dreimal dürft ihr raten... nach München!!!
Vielleicht wollten die Organisatoren den anderen Zünftlern auch einmal
zeigen, wohin sich der Zunftrat alljährlich im Herbst begibt. Es könnte
aber auch sein, dass die Organisatoren dem Zunftrat auch einmal zeigen
wollten, dass es auch etwas anderes gibt in München als die Wies'n und
das Hofbräuhaus. Ich finde, beide Ziele konnten erreicht werden.
Übrigens war dies das erste Mal, dass die Zünftler schon vorher
wussten, wohin es ging. Für eine Reise in dieser Länge ist das sicher
eine gute Idee. So war es uns allen möglich uns vorzubereiten (z. B.
vorher ein Münchner Bier probieren (man weiss ja nie) oder ein bisschen
den bairischen Wortschatz üben (wer weiss schon, was "Z'dringga mächdn
mia, biddschee" heisst?)). Bevor ich nun zu
berichten beginne (ist ja ein Bericht), möchte ich anfügen, dass ich
über diese Reise natürlich aus meiner persönlichen Sicht schreibe...
Freitag, 2.7. 04; 1. Tag Da ich nachreisen musste,
verpasste ich natürlich allerlei. Zum Beispiel den Besuch des Paulaner
– Bräuhauses und der Brauerei. Ich habe mir sagen lassen, das Bier
schmecke dort besonders gut. Ausserdem seien etliche Zünftler vom
momentanen Anblick der Wies'n sehr erstaunt gewesen. Tja, das
Oktoberfest findet halt nicht ganzjährig statt. Um etwa 18.00 Uhr
kam ich also im Bahnhof München an und freute mich, dass das Hotel
nicht sehr weit vom Bahnhof entfernt war. Nach einer kurzen Shopping –
Tour meinerseits traf ich den Rest der Zunft pünktlich um 19.30 Uhr im
Hofbräuhaus. Das Nachtessen wartete. Für einmal nahmen wir im ersten
Stock Platz. Zuerst musste man sich natürlich die Kehle anfeuchten und
schon gings mit dem ersten "Iinestäche..." los. Übrigens: Wenn man in
München ein Kleines bestellt, bekommt man 5 dl!
Vor dem Essen wurde erst einmal ordentlich geschnupft.
Dazu muss gesagt werden, dass dies während drei Tagen dauernd, an jedem
Ort, an jeder Stelle, egal wo, halt einfach durchgehend passierte.
Schnupfen musste sein. Aber irgendwie musste Stefan ja seinen enormen
Vorrat an Schnupftabak verbrauchen... (Wie viel übrig geblieben ist,
entzieht sich meiner Kenntnis).
Jetzt aber zurück zum Nachtessen: Nach einem Voressenteller (Radi,
mit Schmalz bestrichene Brote,...) gab es einen Krautsalat und dann –
als Höhepunkt – eine Schweinshaxn! Leider hatten die meisten schon
stark zugelangt, so dass ihnen der Höhepunkt zum grössten Teil versagt
blieb. Immerhin hatten wir nun aber gesehen, was uns dieses Wochenende
in punkto Essen noch erwartete. Anschliessend an den Höhepunkt kam
gleich der zweite. Wir mischten uns unters Fussvolk im Erdgeschoss und
gönnten uns einige Mass. Was dort sonst noch genau passierte, entzieht
sich meiner Kenntnis. Irgendwie war es im Höfbräuhaus etwas neblig. Ich
weiss nur noch, dass mir gegenüber ein schwedischer Uhrmacher sass, der
es strikte ablehnte, Kuckucksuhren zu reparieren. Ausserdem wollten
wir, glaube ich jedenfalls, noch nach Schwabing, schafften es aber nur
in den Mc Donalds am Stachus (Karlsplatz), wo ich mit Alex (war es
Alex?) ans Fenster geklebte Gurkenscheiben besichtigte. Um welche
Zeit wir ins Hotel zurückkamen, weiss ich nicht mehr. Immerhin konnte
ich trotz des Schnarchkonzertes von Hansruedi gut schlafen, denn was
der kann, kann ich schon lang...
Samstag, 3.7. 04; 2. Tag Am Morgen früh traf man im Frühstücksraum verschlafene Gesichter an, einige traf man gar nicht...
Bei einem Morgenbuffet gibt es immer eine Riesenauswahl an Esswaren. Es
war interessant, zu beobachten, was die einzelnen Zünftler auf ihre
Teller luden: Die einen hatten noch nicht genug und bedienten sich mit
Würstchen und Rühreiern, andere zogen den Würstchen das Konfibrot vor,
und die letzten schworen auf Jogurt oder Müesli. Es soll sogar solche
gegeben haben, denen ein Glas Orangensaft genügte. Pünktlich um
9.30 Uhr .... oder etwa doch nicht so pünktlich? Jedenfalls
einiger-massen, also, so à la Zunft – pünktlich, befanden sich alle
Zünftler (auch der Padi und der Stefan) im Car. Mit einer sehr
angenehmen Stadtführerin wurde München "Sightseeing" gemacht.
Es ist schon angenehm, wenn man, um eine Stadt zu sehen, nicht
laufen muss. Leider hat dies auch einen grossen Nachteil: Man muss die
gasigen Ausdünstungen verschiedener Zünftler ertragen können (das Bier
lässt grüssen! Einige behaupten zwar, es sei vom zu "schweren Essen".
Na klar!)
Während der rund 2 – stündigen Fahrt erfuhren wir viel über die
Stadt München und ihre Geschichte. Unterwegs konnten wir auch das
Schloss Nymphenburg sowie das Olympiagelände von 1972 aus der Ferne
bestaunen. Interessanterweise war der Mineralwasservorrat im Car
innerst kürzester Zeit aufgebraucht. Knapp vor 12 Uhr liessen wir
dann den Car hinter uns und machten uns mit der Stadtführerin, die
übrigens extra wegen uns nicht bairisch sprach, zu Fuss auf den Weg
durch die Innenstadt. Hier zeigte sie uns "die fünf Höfe" und erzählte
etwas über die Frauenkirche. Vor dem neuen Rathaus verabschiedete sie
sich dann von uns.
Schnellstens meldete sich der Durst und so landeten wir im
"Weissen Bräuhaus", wo wir uns mit den verschiedenen Bierspezialitäten
des Hauses bekannt machten. Zum Essen bestellten wir uns – gerade noch
rechtzeitig – "Weisswürste", die nach altem Brauch das Mittagsläuten
nie hören. Einige wollten noch ein "kleines Supplement" und bestellten
sich noch einen "Leberkäs". Anschliessend besuchten wir den
Viktualienmarkt, der in der Nähe liegt. Hier wurde Einiges geboten.
Einige Zünftler verirrten sich in eine Auktion und hätten mit einem
unaufälligen Handzeichen fast einen Teppich für 16'000 Euro ersteigert.
Zum Glück konnten sie sich noch rechtzeitig entfernen. Bald war
Zeit weiterzufahren und so fanden sich die Zunftler vis à vis vom
Mooshammer beim Car ein. Nur einer fehlte, der Padi (waren wir uns ja
schon gewöhnt). Doch der fuhr uns mit einem Velo – Ritschka nach.
Nachmittags stand ein Besuch des Geländes der Bavaria –
Filmstudios auf dem Programm. Es war alles sehr eindrücklich. So
konnten wir zum Beispiel die Kulissen der unendlichen Geschichte, von
Asterix und das Boot und vieles mehr besichtigen. Auch eine Stuntshow
wurde gezeigt. Der Höhepunkt des Besuchs war aber der "Rumpelfilm" am
Schluss. Nachher hat sich sicher mancher Zünftler gewünscht, er hätte
vorher nicht so viel getrunken und gegessen.
Fazit zum Studiobesuch: Die Zunft soll sich mehr zusammenreissen
und weniger Zeit "verplemperen" (Hat wenigstens der Hansruedi und der
Röbi gesagt)! Auf der Rückfahrt bestand übrigens unser Chauffeur,
Herr Capreztl (oder so), darauf, am nächsten Morgen pünktlich um 8.15
Uhr abfahren zu wollen. Nach kurzer Entlüftungs-, Entleerungs- und
Erholungsphase im Hotel wurde das Nachtessen im Augustinerkeller (Nein,
nicht der in der Altstadt) serviert. Wir waren erstaunt, wie gross der
Biergarten war. Das Essen kann man für einmal als "Nouvelle Cuisine
à la Munich" bezeichnen. Niemand hatte erwartet, dass es etwas anderes
als Haxn geben würde. Nein, diesmal gab es Geschnetzeltes (Rind?) an
einer Pfeffersauce und es schmeckte "exquisit". Da passte nicht einmal
das Bier so richtig dazu. So kamen einige Zünftler auf die Idee, dass
ein Glas Wein auch wieder einmal etwas Gutes wäre. Nur, gibt es in
München so etwas wie Wein?!? Diese Frage sollte bald beantwortet
werden. Unter kundigen Führung unseres ZM1 Reto begaben wir uns zu Fuss
(ich hörte, einige seien schon so müde gewesen, dass sie das Taxi
nehmen mussten) in den Ratshauskeller, wo es einen Tisch mit sich
drehender Bank gebe.
Sehr schön. Die Bank war da und sie drehte sich auch. Der Wein war
auch da, aber er wollte uns nicht wirklich schmecken. Wir erinnerten
uns an die schönen Tage, an denen wir den delikaten "Twanner" getrunken
hatten und nahmen uns zusammen. Wie Kurt erfahren hat, gibt es in
München anscheinend nur "Würzburgerirgendweissderteufelwein". Dies
passte dem Padi nicht und er leerte kurzentschlossen sein Glas aus.
Nach der zweiten oder dritten Flasche (der Wein wurde nicht besser)
begaben wir uns ebenfalls kurzentschlossen auf den Ratshausplatz und
sangen ein "Happy Birthday" für Kurt, dessen Geburtstag gerade
angefangen hatte.
Nun musste aber trotzdem noch ein Bier her Warum waren wir
eigentlich in München? So landeten wir im Hardrockcafé (vis à vis
Hofbräuhaus), wo eine Rock n'Roll – Band spielte. Anscheinend war es
hier sehr interessant. Ich kann mich leider nicht mehr so genau
erinnern, da ich dauernd auf meinem Stuhl eindöste. Auch Thomy konnte
dies mit den Eisstücken unter meinem T'shirt nicht verhindern. Also
brach ich auf und suchte nach dem Hotel, das ich nach einigen Versuchen
auch fand (Vom Hofbräuhaus aus, weiss ich nie, wo Norden ist!?!). Ich habe nur läuten hören, dass einige nicht vor 5 Uhr morgens ins Bett gekommen sind, wenn überhaupt...
Sonntag, 4.7. 04; 3. Tag Um 8.15 Uhr –
jawoll, pünktlich – standen alle frisch ausgeschlafen, mit gepackten
Taschen vor dem Car, der uns in Richtung Augsburg brachte. Wer doch
nicht ausgeschlafen war, konnte sich jetzt noch eine Mütze Schlaf
gönnen.
In Augsburg wurden wiederum von einer Stadtführerin empfangen, die
uns die Fuggerei, die älteste Sozialsiedlung der Welt, zeigte. Die
Miete beträgt hier 0.85 Euro im Jahr (ohne Nebenkosten, versteht sich)!
Wir erfuhren etwas über Jakob Fugger, der so stinkreich war, das er
schon zu faulen begann. Anschliessend an eine Stadtrundfahrt
besuchten wir noch das Rathaus, insbesondere den "Goldenen Saal", der
recht eindrücklich aussah. Nach einer kurzen Shoppingtour, bei der mir
die Verkäuferin einen Bierkrug vom Regal herunterholte, traf sich die
ganze Zunft zum Mittagessen im Gasthaus der Andechser Brauerei.
Jetzt war jeder wieder genug fit um sich ein Bier zu gönnen. Dies
brauchten wir auch, als wir sahen, was es zum Mittagessen gab:
Schweinshaxn! Zum Glück konnten wir unseren Magen auch noch mit anderen
Leckereien wie Nürnberger Rostbratwürsten, Sauerkraut, Siedfleisch und
Hamburgern füllen. Genug hatte es für allle. Nur ausgegessen wurde
nicht immer. Dafür ausgetrunken... Die Andechser Bierdeckel sind
übrigens sehr lehrreich. Hier kann man nämlich weise Sprüche wie "Ergo
bibamus" oder "Carpe Diem" lesen. So wird man durch das Biertrinken
immer gescheiter. Etwas übereilt, da wir wieder einmal knapp an der Zeit waren, verliessen wir die schöne Stadt Augsburg.
Das nächste Ziel war Ulm. Hier unternahmen wir einen kurzen
Spaziergang durch Stadt und schauten uns das Schiefe Haus an. Ausserdem
weiss nun jeder Zünftler, wo sich das Setra – Kässbohrer – Museum
befindet. Auf dem Domplatz angekommen, herrwschte hier sehr viel
Betrieb. Wie wir erfuhren, war hier im Dom ein Bläser – und
Bläserinnenfestival im Gang. Der Dom übrigens ist sehr
eindrucksvoll. Sein Turm ist der höchste Kirchturm in Deutschland.
Marcel war sich nicht ganz sicher, ob die Wände des Doms waagerecht
seien (liegt das jetzt am Dom oder an Marcel?).
Nach einer kurzen "Kaffeepause" (wörtlich dem Programm
entnommen!!!) machten wir uns auf, in die Schweiz zurückzukommen. Wir
hattens eilig, denn das EM – Finale stand an. Trotzdem machten wir
noch eine kurze Pause, und zwar in einem griechischen Restaurant (war
das ein Omen?!?). Mit Ouzo, Rezina und Espresso machten wir uns fürs
Spiel am Abend bereit. Knapp rechtzeitig fürs Spiel kamen wir
wieder in Kappel an, auch wenn meinen Spezialwunsch für eine Taxikurve
über Mellingen durchgesetzt hatte.
Zuletzt: Na ja, was soll ich noch sagen?
Gesagt ist alles, wenn auch Vieles nicht angesprochen wurde. Aber
manchmal ist das auch besser so. Ich finde, dieser
Zunftherrenausflug war sehr interessant und spannend. Die Zunft hat
viel erlebt. Ich möchte den Organisatoren herzlich danken. Oder auf
bairisch ausgedrückt: "Saggrischn Dangg". Mögen noch viele solche
Ausflüge folgen! |
| Mein Fazit: Willst du Bier e huufen, gang ins Hofbräuhuus eis go suufen! |
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